Freitag, 11. Oktober 2013

Schöner Segeltag

Auch dieser Tag war wieder recht entspannt. Wir hatten auf einen Badetag gehofft, aber es war zu windig und zu wolkig. Deshalb wurde es wieder ein Segeltag.

Der Wind schwankte zwischen 4 und 6 Beaufort und so waren wir permanent mit Reff-/Ausreffmanövern beschäftigt. Reff rein, zweites Reff rein, alles raus, wieder rein, gefühlt 20 Mal.

Wir segelten zunächst bis vor die Sunsail-Basis in Vounaki, warfen einen Blick auf diesen Hort des Flotillen-Übels und rasten dann zurück nach Meganisi. Dort steckten wir die Nase in die Ormos Kapari, beschlossen aber, dass es zum Ankern und Baden zu kalt war.

Also setzten wir wieder Segel um Skorpios zu umrunden. Leider schlief westlich der Insel der Wind ein wenig ein, so dass es etwas mühsam wurde.

Nach 25 Segelmeilen und nur 2 Motormeilen machten wir dann wieder bei Odysseus fest. Dieses Mal lagen wir am Westpier, direkt vor der Marina-Kneipe. Das hatte den Vorteil, dass das Wifi funktionierte, aber den Nachteil, dass wir den ganzen Abend mit Chill-Out-Mucke beschallt wurden.

Besonderes Ereignis des Tages war der halbstündige Ausfall des Kartenplotter-GPS. Aus welchen Gründen auch immer konnte es nur noch 3 Satelliten empfangen. Da mein Hand-GPS noch funktionierte, konnten wir zumindest den Kriegsfall ausschließen.

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Mal keine Herausforderungen

Auch an diesem Morgen wurden in der Cleopatra-Marina wieder Boote aus dem Wasser gehoben. Die Reihen an den Stegen lichteten sich.

Wir verließen Preveza kurz vor Zehn und nahmen Kurs nach Süden zum Nordende des Lefkas-Kanals. Der Wind wurde wieder stärker und blies schließlich mit 5-6 Windstärken. Wir kamen genau rechtzeitig zur 12:00-Uhr-Brückenöffnung und tuckerten weiter durch den Kanal nach Süden.

Der Wetterbericht hatte eigentlich Hoffnung auf einen Nachmittag in einer Badebucht auf Meganisi gemacht, aber die Realität sah anders aus. Bewölkt, windig, nur etwa 20 Grad.

Also setzten wir die Segel und kreuzten nach Süden nach Vathi auf Meganisi. Hier gönnten wir uns einen Liegeplatz in der Odysseus-Marina, eine heiße Dusche, füllten das Frischwasser auf und kauften ein. Der Marina-Mensch, der uns beim Anlegen half, sah aus wie Odysseus persönlich.

Schließlich meldete sich auch noch Maria: Wir können das Boot bis Samstag behalten und müssen nicht schon am Freitag in Lefkas sein.

Endlich mal ein Tag, an dem nichts schiefging.

 

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Gegen den Wind

Die Restnacht in Gaios war kurz und unser Schlaf recht unruhig. Leider hatte sich die Wetterprognose komplett geändert. Anstatt abzuflauen sollte der Wind um Paxos bei 5 - 6 Beaufort aus Südost bleiben und das Wetter weiter regnerisch sein. Die berühmten türkisblauen Badebuchten waren also uninteressant. Wir hatten zudem die Befürchtung, dass wenn der Wind noch stärker würde, wir nicht mehr nach Süden kommen würden. Also beschlossen wir, gleich heute wieder nach Lefkas zurückzufahren.

Das Ablegemanöver von unseren Landleinen lief perfekt, aber als wir dann den Hafen verließen, wurde uns bewußt, dass die Fahrt nach Südosten nicht so einfach werden würde, wie wir erhofft hatten. Der Wind blies nämlich mit 5-6 aus Südost und die See um Paxos entsprach der Windstärke.

Wir legten erstmal die Rettungswesten an und pickten die Lifebelts ein.

Gegen den Wind schafften wir unter Motor nur etwa 1 Knoten über Grund. Unter doppelt gerefften Segel kamen wir nicht gegen die Abdrift an. Damit würde die Fahrt nach Preveza, dem nächsten Hafen, etwa 30 Stunden dauern. Deshalb fuhren wir zunächst nach Nordosten, nach Pargas, in der Hoffnung, dass Wind und See in Küstennähe schwächer sein würden.

Das waren sie dann auch, aber mehr als 3 Knoten über Grund erzielten wir im Schnitt nicht. Uns war schnell klar, dass wir damit bei Tage weder in Preveza noch in Lefkas ankommen würden. Da die Einfahrt zum Lefkas-Kanal im Norden nicht beleuchtet ist, schied Lefkas als Ziel aus und wir fuhren nach Preveza und besuchten zum dritten Mal die Cleopatra-Marina.

Dort machten wir gegen 21:30 Uhr fest, nach 13 Stunden Fahrt. Die Logge zeigte 49 Seemeilen durchs Wasser, das GPS hatte 40 Seemeilen über Grund gemessen. Wir hatten also einiges durch den Gegenstrom verloren.

Nach Sonnenuntergang war die Fahrt noch ganz angenehm geworden: der Wind hatte nachgelassen, die Wolken sich verzogen. Am Himmel stand die Venus und der zunehmende Mond zeichnete eine silberne Spur ins Wasser. Über Lefkas und Paxos wetterleuchtete es.

 

Paxos-Action

Ich hatte den vorigen Eintrag gerade zu Ende geschrieben als es draußen laut wurde. Beim übernächsten Boot rechts von uns hatte der Anker nicht gehalten. Der Wind war inzwischen wieder ziemlich stark geworden und er kam genau im rechten Winkel zu Anker und Heckleinen.

Das Boot flüchtete um den Anker neu auszubringen, womit unser direkter Nachbar voll im Wind stand. Man konnte recht schnell sehen, dass auch der driftete und uns immer näher kam. Schließlich machte es schwupp und er hing in unseren Fendern.

Leider konnte unser Anker den kombinierten Druck von zwei Booten nicht halten und gab auch nach. Ein Einheimischer riet uns, den Platz ganz aufzugeben, bei dem Wind aus der Richtung sei der Platz nicht sicher, wir sollten in Lee hinter der Insel Agios Nikolaos ankern.

Wir flüchteten also und drehten zwei Runden durch den Hafen. Einen halbwegs guten Liegeplatz gab es nicht mehr, der Rat des Einheimischen schien noch am vernünftigsten. Allerdings ist der Hafen nördlich von Nikolaos so schmal, dass wir auf jeden Fall Landleinen nach Nikolaos benötigen würden um nicht in die Fahrrinne zu schwojen.

Sebastian war erst beim 3. Ankerversuch mit der ausgebrachten Kettenlänge und der Haltekraft zufrieden, dafür sprang er dann kurz vor Mitternacht noch ins Wasser, schwamm mit einer Landleine nach Agios Nikolaos und machte uns an einem Baum fest. Die Leine war zunächst auch noch zu kurz und ich musste noch eine weitere Leine anknoten.

Da wir der Baum-Leinen-Konstruktion nicht so ganz trauten, brachten wir dann noch eine weitere Leine zu einem Ring aus, den jemand freundlicherweise an einem Stein befestigt hatte. Dafür benutzten wir dann aber das Dingi.

Um kurz nach Mitternacht war die Aktion beendet. Es hatte die ganze Zeit geschüttet wie aus Kübeln und wir waren total durchnässt.

Gegen ein Uhr früh wurde es wieder laut. Ein weiteres Boot war vom Stadtkai geflüchtet und machte es uns nach. Auch bei ihnen ging der erste Ankerversuch schief, aber als sie den Anker wieder aufholten hing auch noch eine fremde Kette dran. Wenigstens dieses Pech war uns erspart geblieben.

 

Dienstag, 8. Oktober 2013

Fahrt nach Paxos

Heute liefen wir schon um 9:00 Uhr aus, denn wir wollten nach Gaios auf Paxos, das von Preveza aus mehr als 30 Seemeilen entfernt liegt. Auch an diesem Morgen wurde Boot nach Boot aus dem Wasser gehoben und auf den Abstellhof geschleppt.

Wir fuhren unter Motor bis zum äußeren Ende des Preveza-Kanals und zogen dann zusätzlich die Fock hoch. Der Wind stand günstig zum Motorsegeln. Je weiter wir nach Norden kamen um so stärker wurde der Wind. Schließlich steckten wir ein Reff in die Fock, zogen auch das gereffte Groß auf, machten den Motor aus und ließen uns von dem 5er-Wind raumschots nach Paxos jagen. Leider drehte der Wind noch, so dass wir noch zweimal Halsen mussten und nicht mit einem Schlag auskamen.

Leider entsprach auch der Seegang der Windstärke und unsere kleine 32er-Bavaria wurde kräftig durchgeschaukelt. Ich bemerkte eine beginnende Übelkeit und nahm eine Vomex, aber das Ergebnis war nur, dass ich ungeheuer müde wurde und mir selbst beim Stehen fast die Augen zufielen.

Der Hafen von Gaios wird in den meisten Törnführern als chaotisch beschrieben. Aber jetzt in der Nachsaison ist es deutlich ruhiger und jedes Boot hat einen Liegeplatz bekommen. Einige Tavernen und Geschäfte haben auch schon dicht gemacht.

Das Wetter war heute erst bewölkt, dann kam sogar die Sonne raus. Aber nachdem wir festgemacht hatten fing es an zu regnen und es hörte den ganzen Abend nicht mehr auf. Wir hatten drei verschieden Wetterberichte, alle sagten etwas anderes, aber den Regen und den 5er-Wind hatte keiner vorhergesagt.

Wir waren einkaufen und haben dann Pizza gebacken.

 

Montag, 7. Oktober 2013

Ambrakischer Golf

Aufgeweckt wurden wir heute von den Tut-Tut-Tut-Geräuschen, die entstehen, wenn große Fahrzeuge rückwärts fahren. Ein Blick nach draußen zeigte einen großen Rollkran der damit beschäftigt war Boote aus dem Wasser zu heben und auf dem Ship Yard abzustellen.

Neben dem "kleinen" 50-Tonnen-Kran auf dem Foto gab es auch noch einen riesigen 300-Tonnen-Kran, der selbst größte Super-Yachten an Land befördern konnte. Auch nebenan, in der Aktio Marina, gab es einen solchen Kran und die beiden holten den ganzen Morgen über Boote aus dem Wasser. Die Saison schien sich eindeutig dem Ende zuzuneigen.

Im Hafen von Preveza erlebten wir die nächste Überraschung: über Nacht war ein Rahsegler angekommen, die "Sea Cloud". Ein sehr schönes Schiff, einstmals die größte Privatsegeljacht der Welt und leicht größer als unsere 32er Bavaria.

Wir hatten eigentlich vorgehabt weiter nach Norden, nach Paxos, zu segeln, aber der Wind auf der offenen Ionische See war uns heute zu stark. Statt dessen fuhren wir nun nach Osten, in den Ambrakischen Golf. Der Golf bietet wenig Attraktionen und wird von den meisten Seglern ignoriert. Tatsächlich begegneten uns nur zwei andere Boote.

Das Wetter war noch ein wenig schlechter geworden. Nur knapp 20 Grad, trüb, nieselig. Der Wind im Golf war sehr unbeständig. Wir packten die Segel aus, refften, refften aus, refften, packten die Segel ein. Um wenigstens ein Ziel zu haben, beschlossen wir, bis 21 Grad Ost zu fahren und dann umzudrehen. Damit hatten wir den östlichsten Punkt unseres Törns erreicht.

Der Golf bot ansonsten wenig, aber bei dem Wetter würde wohl auch die One-House-Bay trostlos ausgesehen haben. Am auffälligsten waren noch die vielen Fischfarmen an den Ufern. Tja, liebe Fischesser, auch euer Fleisch stammt inzwischen aus der Massentierhaltung.

Auch auf der Rückfahrt blies der Wind recht unbeständig, weshalb wir motorsegelten. Wir steuerten wieder die Cleopatra-Marina an. Ich mochte den morbiden Charme: die Einsamkeit, die leeren Stege, die abgestellten Boote, das trübe Wetter.

Die Marina ist übrigens deshalb nach Cleopatra benannt, weil die wirklich hier war. Während der Seeschlacht von Actium nämlich, zwischen Marcus Antonius und Octavian, die hier stattfand und den römischen Bürgerkrieg entschied.

Nachdem wir in den letzten Tagen nicht mehr einkaufen konnten, gingen uns jetzt langsam die Zutaten aus. Dennoch haben wir uns an diesem Abend "fast zu Tode gefressen".

 

Sonntag, 6. Oktober 2013

Durch die Schwenkbrücke

Die Nacht vor Anker verlief völlig ruhig. Der Wind hatte in der Nacht wieder auf Süd gedreht, so dass die Russen, deren Anker jetzt verkehrt rum lag, beim Ankerlichten leichte Probleme hatten.

Wir segelten nach Norden, das Wetter wurde immer schlechter, trüb, ab und zu Nieselregen, der Wind immer stärker. Schließlich mussten wir wieder das 2. Reff einstecken. Es war nur noch 20 Grad warm.

Wir tuckerten durch den Lefkas-Kanal und legten in Lefkas-Stadt kurz an um eine Pita zu essen.

Nördlich des Hafens von Lefkas(-Stadt) führt eine Schwimm-/Schwenkbrücke über den Kanal von Lefkas und verbindet so die Insel Lefkas mit dem griechischen Festland. Diese Brücke öffnet zu jeder vollen Stunde für den Bootsverkehr. Je nach Verkehrsaufkommen wird entweder nur eine Zugbrücke geöffnet oder die ganze Schwimmbrücke zur Seite geschwenkt.

Wir waren viel zu früh vor der Brücke und verbrachten deshalb eine halbe Stunde damit langsam vor und wieder zurück zu fahren. Einfach auf der Stelle liegen zu bleiben war wegen des starken Windes und der damit verbundenen Abdrift nicht möglich. Die ganze Zeit nieselte es leicht.

Die Brücke öffnete erst 7 Minuten nach der vollen Stunde. Hinter uns kam noch ein riesiger Mehrfamilien-Katamaran, so dass die Brücke komplett geöffnet wurde.

Die nächste Schwierigkeit war dann das nördliche Ende des Lefkas-Kanals. Dort gibt es eine Sandbank, die ihre Lage regelmäßig ändert und die nicht durch Tonnen markiert ist. Wir tasteten uns vorsichtig durch und fuhren dann weiter in Richtung Preveza. Diese Stadt ist auch nur durch einen Kanal zu erreichen, da das Meer dort sehr flach ist. Wir hatten Probleme die Einfahrt zum Kanal zu finden, die im Törnführer angegebenen Koordinaten waren falsch.

Preveza hat einen sehr langen Stadtkai, dummerweise war dort nichts frei, da alle Boote längsseits festgemacht hatten. Auch in der städtischen Marina gab es keinen freien Platz, dort schienen ausschließlich Dauerlieger zu liegen.

Wir gingen deshalb in die Cleopatra-Marina in Aktio, gegenüber von Preveza. Die Marina ist ein wenig am Ende der Welt, es ist wenig drumherum. Hinter der Marina befindet sich ein gigantischer Ship Yard auf dem Hunderte von Booten abgestellt waren. Beim Anlegen half uns ein Deutsch-Grieche der in Ludwigsburg geboren wurde und der bei jeder Gelegenheit Liegestützen und Klimmzüge machte.

Die Wetteraussichten für die nächsten Tage waren widersprüchlich. Wir waren deshalb unentschlossen wie wir in den nächsten Tagen weiter segeln sollten.

 

Samstag, 5. Oktober 2013

Schöner Wind

Ich: "Heute war eigentlich nichts los. Was soll ich denn schreiben?"

Sebastian: "Wir hatten schönen Wind."

OK.

 

 

Freitag, 4. Oktober 2013

Durch die Düse

Die Nacht in Efimia war wieder ziemlich schaukelig. Zudem pendelte das Boot immer vor und zurück. Sehr unbequem.

Efimia war der erste Hafen, in dem Liegegebühren erhoben wurden. Drei Euro pro Meter Länge, dazu hatten wir die Elektrizitätsoption für vier Euro.

Wir wollten durch die Düse zwischen Kefalonia und Ithaka nach Norden kreuzen, aber der Wind spielte wieder einmal nicht mit. Völlig untypisch stand er auf Ost und drehte später auf Süd. Also kein Düseneffekt. Aber zum entspannten Segeln reichte der 4er Wind.

Gegen 13:30 Uhr waren wir vor Fiskárdho, aber ein Blick durch den Feldstecher zeigte, dass der Hafen schon wieder rappelvoll war. Wie früh muss man wohl kommen, um dort noch einen Liegeplatz zu bekommen? Nächstes Mal lassen wir das Boot wohl besser in Efimia, mieten uns ein Quad und kommen auf dem Landweg.

Wir beschlossen nach Sivota weiterzufahren, allerdings schlief der Wind bald ein und wir fuhren den größten Teil unter Motor. Das Anlegen klappte erst beim zweiten Versuch, beim ersten hielt der Anker nicht. Beim zweiten ging uns dann fast die Kette aus.

In Sivota ist ziemlich wenig los, nur eine Nelson-Flotille feiert recht lautstark.

 

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Motorbootfahren ist einfacher

Heute liefen wir relativ spät aus. Der Grund dafür war, dass wir uns über die weitere Reiseplanung den Kopf zerbrachen. Unser Plan war ursprünglich, Zakynthos oder Kefalonia zu umrunden. Die Wind- und Wetteraussichten sprachen da aber dagegen. Zumindest wenn man Segeln und nicht nur Motoren wollte. Wir beschlossen also, nicht weiter nach Süden zu fahren und heute entweder Sami oder Efimia anzulaufen. Die Frage war nur noch, ob wir Ithaka nördlich oder südlich umrunden sollten.

Als wir Vathi verließen gab es einen schönen Nordwind, der den Ausschlag für die südliche Variante gab. Der Wind ließ dann aber sehr schnell nach und wir mussten motoren bis wir das südliche Ende der Düse zwischen Kefalonia und Ithaka erreichten. Dort gab es wieder einen guten 4er aus Nordwest und wir konnten unter Segeln weiterdüsen.

Nicht mehr weit vor Efimia war dann auch der Wind wieder weg. Wir packten die Segel ein, fuhren weiter und eine Seemeile vor Efimia setzte der Wind dann aus West wieder ein. Na super. Einmal gemütlich anlegen bei Windstille wäre auch zu schön gewesen.

Fürs Anlegen gab es dann allerdings einen Lotsen, der uns mit seinem Schlauchboot auch schon mal einen Schupps gab, wenn es ihm nicht schnell genug ging.

Nach der Fahrt gestern war das Boot nun komplett mit Salz überzogen. Egal wo man hinfasste oder sich hinsetzte, man hatte Salz an Händen und Kleidung. Das Dingi war sogar eine schwimmende kleine Saline.

In Efimia hatten wir vor zwei Jahren unseren Landtag mit der Elektra verbracht. Allerdings hatten wir den Ort irgendwie anders in Erinnerung.

Die Taverne gegenüber von unserem Liegeplatz unterhielt uns den ganzen Abend über mit griechischer Live-Musik. Na ja, die ersten zwei Stunden war es noch ganz OK, aber nach 4 Stunden begann es dann doch zu nerven.

 

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Wind

Heute liefen wir schon um 8:30 Uhr aus. Wir lagen ja halb in der Hafeneinfahrt und wollten kein Hindernis für die anderen darstellen.

Unser heutiges Ziel war Poros auf Kefalonia. Das ist zwar eine ordentlich Strecke, aber es war ein guter 4er-Wind vorhergesagt. Leider schien der Wind nichts davon zum wissen, denn er blies nur schwach. Gegen Mittag war klar, dass wir die Strecke unter Segeln nicht schaffen würden. Wir wollten aber Segeln und nicht Motoren und so änderten wir den Kurs auf Vathi auf Ithaka

Südlich von Atokos frischte der Wind dann sehr stark auf. Im Mittel blies er mit 5 Beaufort, für einige Zeit erreichte er eine 6. Auch die See entsprach der Windstärke. Gleich als der Wind auffrischte hatten wir ein Reff gesteckt, wir fuhren die Segel für einen Am-Wind-Kurs aber dann doch ziemlich weit offen um das Boot nicht all zu sehr krängen zu lassen und konnten dadurch die nötige Höhe nicht mehr laufen. Das verlängerte unseren Tripp um einige Kreuzschläge.

Auch an diesem Tag wurden wir wieder nass: Nach dem Wolkenbruch am Vortag mit Wasser von oben kam das Wasser heute von unten und von der Seite und schmeckte nach Salz.

Durch den Turbo erreichten wir Vathi schon gegen 16:00 Uhr. Vathi ist ein extrem pittoreskes Städtchen rings um einen Naturhafen, der nur einen Nachteil hat: bei Nordwind schützt er nicht besonders gut. Leider hatten wir Nordwind und durch den Schwell wurde es ziemlich schaukelig. Das Anlegen klappte erst beim zweiten Versuch. Beim ersten Versuch mussten wir feststellen, dass 50 Meter Ankerkette doch recht kurz sind: uns ging vor dem Ufer die Kette aus...

Dass wir nun in Vathi lagen hatte auch einen Vorteil: hier gab es zwei gut sortierte Supermärkte bei denen wir Pinienkerne kaufen konnten, die wir dringend für ein Kartoffelsalatrezept benötigten.

Am Abend kochten wir zum ersten Mal selber. Es gab Risotto. Nur leider vergaßen wir die Limette.

 

Dienstag, 1. Oktober 2013

Geisterstadt

Nach einer etwas unruhigen, ziemlich schaukeligen Nacht in Porto Spilia nahmen wir am Morgen Kurs auf Port Leone auf der Insel Kalamos.

Port Leone ist eine Geisterstadt, der Ort wurde nach dem großen Erdbeben von 1953 aufgegeben. Einzig die Kirche wurde am Leben erhalten und, wie wir bei unserer Ankunft feststellen konnten, erst vor einigen Jahren komplett renoviert. Es ist ein merkwürdiger Kontrast: die hübsche Bucht, das verfallene Dorf und die kitschig angestrichene Kirche.

Auf der Fahrt dorthin konnten wir sogar Segeln, allerdings spielte zwischen Kalamos und Kastos der Wind plötzlich verrückt. Wir nahmen die Segel runter und dachten das liege an der Abdeckung durch die Inseln, doch dann brach plötzlich ein ungeheurer Wolkenbruch los. Wir düsten weiter nach Port Leone, doch die Bucht war schon ziemlich voll, die guten Ankerplätze alle weg. Wir gingen also in die Nordwest-Ecke, von der der Törnführer warnte, dass der Anker dort schlecht halte. Tatsächlich benötigten wir 4 Versuche, bis der Anker so einigermaßen hielt. Die ganze Zeit prasselte sintflutartiger Regen auf uns nieder. Als wir den Anker dann fest hatten, hörte der Regen so plötzlich auf, wie er begonnen hatte. Wir waren komplett durchnässt.


Nachdem wir die Klamotten gewechselt hatten kam dann die Sonne wieder raus und wir konnten schwimmen und die Stadt erkunden.

Eigentlich wollten wir über Nacht bleiben und für den angekündigten Nordwestwind lagen wir ganz gut. Dummerweise drehte der Wind dann in unserer Ecke auf Süd. In der restlichen Bucht kam der Wind aus Nordwest, nur in unserer Ecke aus Süd! Für Südwind lagen wir komplett falsch, insbesondere hatten wir nach Nord keinen Platz zum Schwojen. Wir trieben immer näher ans Ufer und als dann der Tiefenalarm auslöste gaben wir die Position auf.

Wir suchten eine andere Stelle, aber drei Versuche den Anker dort einzugraben schlugen fehl. Es dämmerte nun schon und wir beschlossen in den Hafen von Porto Kalamos zu "flüchten".

Als wir dort ankamen war es dunkel und der Hafen rappelvoll. Es waren wohl mehrere Flotillen da. Zahlreiche Boote lagen schon im Päckchen. Tief in den Hafen reinfahren konnten wir nicht, da wir in der Dunkelheit die Ankerketten nicht ausmachen konnten. In der Hafeneinfahrt lag aber eine Jacht, deren Breitseite sehr einladend aussah. Leider war niemand an Bord den wir um Erlaubnis fragen konnten und so legten wir uns einfach daneben. Wir hatten gerade festgemacht als George angedüst kam. George gehört die Taverne im Ort und er ist wohl so etwas wie ein inoffizieller Hafenkapitän. Er wusste aber auch keinen besseren Platz, sagte "Welcome" und lud uns in seine Taverne ein.

Kurz nach George kam dann auch die Crew des Bootes an dem wir festgemacht hatten. Ältere Briten, ziemlich betrunken, denen es völlig egal war, was wir mit ihrem Boot angestellt hatten.

Es war inzwischen halb Zehn und so endete der Tag ohne warme Mahlzeit mit belegten Broten.

 

Montag, 30. September 2013

OK, doch Porto Spilia

Der Wetterbericht für heute war nicht sehr positiv: ein Tief sollte durchziehen mit Regen und Gewittern und für 16:00 Uhr sollte der Wind Stärke 6 erreichen mit 7er Böen. Wir beschlossen also früh auszulaufen und spätestens gegen 13:00 Uhr in einem Hafen zu sein. Das Problem: eigentlich wollten wir nach Süden aber der Wind blies aus Süden. Sebastian bestand zudem auf Segeln, was, zusammen mit unserem Zeitlimit, den Aktionsradius stark einschränkte. Im Süden waren nur Frikes und Fiskardo erreichbar, beide boten gegen Südwind nicht optimalen Schutz, während im Norden Nidri, Vathi und Porto Spilia wesentlich geschützter lagen. Letztenendes gab mein Wunsch nach einer Dusche den Ausschlag und wir beschlossen, nach Porto Spilia zu segeln.

Vor der Fahrt lag aber noch das Ablegen und das gestaltete sich etwas nervenaufreibender als uns lieb war. Der Wind blies auch in Sivota mit einer guten 3 und als wir den Bug aus der Parklücke steckten, drückte uns der Wind gleich auf das Steuerbordboot. Das gehörte glücklicherweise einem älteren britischen Paar, Peter und Sarah, recht erfahrenen Seglern, die uns dann zeigten, wie man mit einer langen Heckleine auch bei stärkerem Seitenwind problemlos ablegen kann.

Die Fahrt nach Porto Spilia verlief recht ereignislos. Wir kreuzten vor dem Wind durch den Meganisi-Kanal und waren schon gegen halb Zwölf in Porto Spilia wo wir auch problemlos einen Liegeplatz bekamen. Tatsächlich waren die Letzten gerade erst dabei auszulaufen.

Am Nachmittag stiegen wir nach Spartochorion auf, kauften Brot und genossen eine Weile den fantastischen Ausblick von der Panoramaterrasse. Danach ließen wir uns vom Hafenkino unterhalten. Auch im relativ geschützten Porto Spilia hatte es 5er-Böen, was das Anlegen für die Meisten zu einer ziemlichen Herausforderung machte.

Als wir beim Abendessen saßen kam dann auch noch das versprochene Gewitter. Sehr beeindruckend, mit einem unglaublichen Platzregen.

Sonntag, 29. September 2013

Mal nicht in Porto Spilia

Kurz vor Zehn legten wir ab und tuckerten im üblichen Auslauf-Korso durch den Lefkas-Kanal nach Süden. Es gab überhaupt keinen Wind, das Meer war spiegelglatt, weshalb wir weiter Richtung Meganisi-Kanal motorten. Unterwegs fuhren wir etwas näher an Skorpios heran, da die Onassis-Insel jetzt Russen gehören soll. Es war aber wie immer nichts zu sehen.
Am Südende des Meganisi-Kanals, so gegen 13:00 Uhr, setzten wir dann zum ersten Mal Segel. Es waren nur 2 Beaufort, völlig untypisch aus Süd, aber der Wind drehte dann auf Süd-West und legte auf eine gute 4 zu, so dass wir uns entspannt einsegeln konnten.
Gegen Viertel nach Vier waren wir dann vor Sivota. Da der Hafen bei unseren letzten Besuchen immer sehr voll gewesen war, beschlossen wir gleich reinzufahren. Letztes Jahr waren wir am Stadt-Kai und am Bezahl-Steg. Dieses Jahr wählten wir den Steg von Stavros Taverne. Das Konzept ist das gleiche wie in Porto Spilla: Murings, Wasser, Strom und WiFi gegen ein Abendessen. Leider war das Essen nur mittelmäßig und das Internet tat nicht.
Letztenendes war es dann aber nicht mehr so voll wie im letzen Jahr. Man hätte auch um 18:00 Uhr noch einen Liegeplatz bekommen. Neben uns lagen 2 riesige Mehrfamilienkatamarane und im ganzen Hafen verteilt Dutzende von "Sailing Holidays"-Booten. Die hatten keinen Landstrom, wollten kaltes Bier und hatten deshalb die ganze Zeit die Maschinen laufen, was das Essen in einer Hafentaverne nicht unbedingt zu einem Vergnügen machte.
Ich werde weiterhin von Stechmücken attackiert. Die Bordapotheke, genauer Autan und Fenistil sind im Dauereinsatz.

Samstag, 28. September 2013

Mal wieder Lefkas

Unser diesjähriger Törn durch die Ionische See startete in München. Die Saison näherte sich dem Ende und von Stuttgart aus flog schon nichts mehr. Zurück würden wir sogar nach Düsseldorf fliegen müssen. Für die Anfahrt hatten wir deshalb einen Mietwagen organisiert und der Opel Astra Variant mit Vertretervollausstattung brachte uns problemlos nach München.
Der Flug war, wie bei Air Berlin üblich, verspätet. Der Flieger war fast voll, wieder überwiegend ältere Männer in Gruppen, zum Teil mit den üblichen Uniform-T-Shirts ("Skipper - Ouzu-Tours Lefkas 2013").

Am Flugzeuträger-Flughafen in Aktion wartete dann die nächste Konstante: der gleiche Taxifahrer wie in den letzten 3 Jahren. Als wir seine Frage, ob wir schon einmal hier waren, bejahten und ihn darauf hinwiesen, dass er uns bisher immer gefahren habe, meinte er: "Next Time I will know you". Allerdings hat er das auch schon letztes Jahr versprochen.
Die Fahrt ging zum Stadthafen, wo schon die "Anemos", eine 32er Bavaria, auf uns wartete. Das Boot ist selbst für die guten IYC-Verhältnisse sehr gut ausgestattet, insbesondere der Wantenschneider und die Landstrom-Steckdosen in jeder Kajüte haben uns beeindruckt.
Nachdem wir das Boot übernommen hatten und unsere Lebensmittelbestellung geliefert worden war ergänzten wir noch unseren Proviant in dem Supermarkt auf der anderen Straßenseite.
Essen gingen wir dieses Jahr direkt am Hafen. Die Speisen waren sehr gut, allerdings gab es sehr aggressive Stechmücken. Sebastian ließen sie in Ruhe, aber ich bekam in kurzer Zeit mehrere Stiche ab - sogar durch die Kleidung.
Nach dem Essen bummelten wir noch durch die Fußgängerzone von Lefkas und erstanden bei einem Bäcker unglaublich süßes Zeug.