Die Restnacht in Gaios war kurz und unser Schlaf recht unruhig. Leider hatte sich die Wetterprognose komplett geändert. Anstatt abzuflauen sollte der Wind um Paxos bei 5 - 6 Beaufort aus Südost bleiben und das Wetter weiter regnerisch sein. Die berühmten türkisblauen Badebuchten waren also uninteressant. Wir hatten zudem die Befürchtung, dass wenn der Wind noch stärker würde, wir nicht mehr nach Süden kommen würden. Also beschlossen wir, gleich heute wieder nach Lefkas zurückzufahren.
Das Ablegemanöver von unseren Landleinen lief perfekt, aber als wir dann den Hafen verließen, wurde uns bewußt, dass die Fahrt nach Südosten nicht so einfach werden würde, wie wir erhofft hatten. Der Wind blies nämlich mit 5-6 aus Südost und die See um Paxos entsprach der Windstärke.
Wir legten erstmal die Rettungswesten an und pickten die Lifebelts ein.
Gegen den Wind schafften wir unter Motor nur etwa 1 Knoten über Grund. Unter doppelt gerefften Segel kamen wir nicht gegen die Abdrift an. Damit würde die Fahrt nach Preveza, dem nächsten Hafen, etwa 30 Stunden dauern. Deshalb fuhren wir zunächst nach Nordosten, nach Pargas, in der Hoffnung, dass Wind und See in Küstennähe schwächer sein würden.
Das waren sie dann auch, aber mehr als 3 Knoten über Grund erzielten wir im Schnitt nicht. Uns war schnell klar, dass wir damit bei Tage weder in Preveza noch in Lefkas ankommen würden. Da die Einfahrt zum Lefkas-Kanal im Norden nicht beleuchtet ist, schied Lefkas als Ziel aus und wir fuhren nach Preveza und besuchten zum dritten Mal die Cleopatra-Marina.
Dort machten wir gegen 21:30 Uhr fest, nach 13 Stunden Fahrt. Die Logge zeigte 49 Seemeilen durchs Wasser, das GPS hatte 40 Seemeilen über Grund gemessen. Wir hatten also einiges durch den Gegenstrom verloren.
Nach Sonnenuntergang war die Fahrt noch ganz angenehm geworden: der Wind hatte nachgelassen, die Wolken sich verzogen. Am Himmel stand die Venus und der zunehmende Mond zeichnete eine silberne Spur ins Wasser. Über Lefkas und Paxos wetterleuchtete es.
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