Samstag, 21. April 2012
Heimreise
Die Wolken, die wir am Vortag am Horizont gesehen hatten, bescherten uns in der letzten Nacht dann doch noch ein ordentliches Gewitter. Davon abgesehen war es allerdings die ruhigste Nacht seit unserer Ankunft in Griechenland. Auf der Rückfahrt nach Athen hatten wir zwar auch nicht mehr Platz, aber Dank Plätzen in der ersten Reihe eine tolle Aussicht auf die Landschaft. Das Wetter war fantastisch und wann immer das Meer in Sicht war, wollten wir eigentlich gleich wieder umkehren und weitersegeln.
Siebter Tag: Flucht vor der Schönwetterwolke

Trotz Muring war die Nacht einigermaßen schaukelig, was bei mir leider wie meist zu Kopfschmerzen am Morgen führte. Die Wetterberichte waren sich uneinig, wie denn der Tag nun werden sollte, und so haben wir erstmal in Ruhe gefrühstückt. Bei leichtem Nieselregen, aber immerhin 4 Windstärken, legten wir in Spartakhori ab um vor der Rückfahrt nach Lefkas noch ein paar Runden zu segeln.
Laut Satellitenbild sollten sich die Wolken innerhalb der nächsten Stunden auflösen und der Wind, inzwischen bei 5-6 Beaufort, sollte gegen Nachmittag nachlassen. Da wir zwei Anlegemanöver vor uns hatten und noch ein bißchen Sonne tanken wollten, versuchten wir, so lange wie möglich zu segeln. Der Wind war ideal, wir machten trotz gereffter Segel und "Dingibremse" oft über 7 Knoten Fahrt.
Das Wetterbild blieb jedoch ambivalent. Über uns der erwartete zumeist blaue Himmel, am Horizont Wolken, bei denen wir uns nicht ganz sicher waren, ob sie nun Unwetter bringen würden oder nicht. Immerhin war aufgrund der Windrichtung relativ klar, dass sie so schnell nicht bei uns sein würden. Trotzdem beschlossen wir am frühen Nachmittag, kein Risiko mehr einzugehen und die Rückfahrt nach Lefkas anzutreten.
Sowohl der Tankstopp als auch das Anlegen im Hafen klappten trotz 15 Knoten Wind problemlos. Und als wir dann erstmal im Hafen lagen, wurde das Wetter besser und besser. War ja irgendwie klar.
Den Rest des Tages verbrachten wir mir Eis essen, aufräumen und packen, immer wieder unterbrochen von kurzen Powernaps. Der Check-Out gestaltete sich als völlig unproblematisch. Ein Teller, den ich durch unachtsames Aufheizen in tausend Stücke gesprengt hatte, war der einzige ernsthafte Verlust unserer Woche (mal abgesehen von meinem GPS, das die Flucht aus der One House Bay im Regen leider nicht überlebt hat).


Donnerstag, 19. April 2012
Sechster Tag: Endlich Urlaub!

Dank ausreichend Schlaf am Tag zuvor und einer relativ ruhigen Nacht waren wir heute morgen schon kurz nach Sonnenaufgang dabei, abzulegen. Das Fenderbrett hatte die Nacht tatsächlich überlebt und auch das Ablegemanöver klappte trotz ungünstigem Wind problemlos. Das frühe Aufstehen hatte sich wirklich gelohnt, denn das Wetter war fantastisch. Bis zum Nachmittag blauer Himmel und ein konstanter 4er Wind.
Wir nutzten die Gelegenheit, gleich nochmal ein paar Platikkanister-über-Bord-Manöver zu fahren. Gar nicht so leicht, das Ding bei ein paar kleinen Wellen wiederzufinden.
Am Nachmittag zog es dann etwas zu und wir fuhren etwas früher als geplant ein zweites Mal nach Spartakhori. Herrschte letztes Mal noch gähnende Leere, war die Taverne heute prall gefüllt mit einer Hochzeitgesellschaft. Laute griechische Musik schallte uns auf dem Boot entgegen. Wir dachten eigentlich, die Party würde noch mehrere Tage andauern, doch nach zwei Stunden verliess das Brautpaar per Schiff die Taverne und die Gesellschaft löste sich nach und nach auf.
Nach einem kleinen Inselrundlauf nutzen wir die Windstille, um noch einmal das Großsegel zu setzen. Uns war es schon seit Tagen ein Dorn im Auge, dass das Segel etwas durchhing und sich nicht dadurch nicht wirklich gut einrollen ließ. Mit ein wenig Ausprobieren haben wir dann auch das Großfall gefunden und durchgesetzt. Und siehe da, das Einrollen klappte plötzlich wie geschmiert — ganz davon abgesehen, dass das Segel so natürlich auch besser aussieht.
Oh ja, bloggen geht natürlich auch wieder. Und macht unter dem sternenklaren Himmel heute abend gleich doppelt so viel Spaß.
Fünfter Tag: Flucht vor dem Sturm

Um vier Uhr morgens war unser Anker ausgebrochen und wir machten uns schnellstmöglich auf den Weg aus der Bucht, um nicht mit Felsen oder dem mit uns in der Bucht liegenden Katamaran zu kollidieren. Es war dunkel, es regnete in Strömen und der 6er Wind blies uns ins Gesicht und machte das Kurs halten zu einer echten Herausforderung. Unser Ziel war es nur noch, bis zur Dämmerung durchzuhalten und dann im nächsten Hafen anzulegen und ein paar Stunden zu schlafen.
Als es nach 3 Stunden hell wurde fuhren wir gerade in Richtung Kalamos. Vor uns war allerdings ein solches Unwetter, dass wir beschlossen, wieder zum Hafen von Kastos umzudrehen. Glücklicherweise hatte sich kein anderes Boot dorthin verirrt, so dass wir freie Auswahl bei der Wahl des Anlegeplatzes hatten. Trotzdem war es nicht trivial, bei dem relativ starken Wind anzulegen. Ein Einwohner (einer der zwei, die wir insgesamt auf der Insel gesehen haben) hatte schließlich ein Einsehen und war uns bei dem Manöver behilflich. Nachdem wir unser Boot ordentlich am Steg befestigt hatten, fielen wir erst mal für drei Stunden ins Bett.
In der Zwischenzeit hatte der Nordwestwind (Stärke 7-8) ganze Arbeit geleistet: Die Bändsel, mit denen wir das Fenderbrett (a.k.a. Gangway) befestigt hatten, waren fast komplett durchgescheuert. Da der Wind aber noch bis zum Abend anhalten sollte, haben wir etwas improvisiert und aus Schrauben und weiteren Bändseln eine gegen durchscheuern resistente Befestigung für das Brett gebaut.
Nochmal drei Stunden Schlaf später war dann auch der Teppich der Gangway durchgescheuert. Aber besser der Teppich als unsere Fender. Wieder einigermaßen wach gab's dann erstmal einen großen Topf Pasta. In den Abendstunden ließ der Wind dann bis auf ein paar Böen nach und er kehrte seit langem mal wieder etwas Ruhe im Boot ein.
Vierter Tag: Fehlentscheidung?
Nach Pancakes und Armen Rittern zum Frühstück legten wir von der Boje ab um nach ein paar Metern vor Nidri nochmal kurz zum Shopping zu ankern. Eigentlich wollten wir anlegen, aber eine andere Yacht machte am einzig freien Steg ein An- und Ablegemanöver nach dem anderen. Und eigentlich wäre die Überfahrt nach Nidri mit dem Dingi auch kein Problem gewesen, wenn denn unser Außenborder funktioniert hätte. Also war paddeln angesagt.Gegen Mittag versuchten wir dann, in Richtung Atokos zu segeln. Mangels Wind ist es jedoch bis auf wenige Ausnahmen bei dem Versuch geblieben. Laut Wetterbericht sollte sich gegen Abend ein 5er Westwind einstellen, so dass die One House Bay an der Ostseite von Atokos als geeigneter Ankerplatz für die Nacht erschien. Leider änderte sich die Vorhersage jedoch im Laufe des Tages, und als wir in der Bucht vor Anker lagen, war Nordwind für die Nacht vorhergesagt.
Die Vorhersage sollte Recht behalten, die Nacht wurde extrem ungemütlich und schlaflos (im Video kann man ganz gut sehen, was Wind und Wellen mit dem Boot gemacht haben) und endete relativ abrupt mit dem Ankeralarm des GPS.
Dritter Tag: Wind!
Am nächsten Morgen legten wir von Spartakhori mit dem Ziel ab, Meganisi zu umsegeln. In dem Kanal zwischen Lefkas und Meganisi machte das die ersten paar Stunden auch ziemlich Spaß. Wir hatten einen ordentlichen 4er Wind und konnten uns schön durch den Kanal kreuzen. Danach kamen die Wellen. Nicht besonders hoch, aber deutlich spürbar schlugen uns diese nach einer Weile so auf den Magen, dass wir doch wieder auf Motor umgestellt haben, zumindest bis zur Umrundung der Südspitze von Meganisi.Ab da segelte es sich wieder deutlich bequemer und am späten Nachmittag liefen wir in Órmos Vlikho ein und legten an einer Boje an. Eigentlich wollten wir ankern, aber da für den Abend Wind bis zur Stärke 6 angekündigt war, war die Boje die sicherere Option. Allerdings auch die deutlich ekligere, denn die ersten 5 Meter der Leine waren rundherum mit schlammigen Lebewesen besetzt, die auch noch Wasser spritzten, wenn man versehentlich auf sie drauf drückte. Nach dem Anlegemanöver war das Deck voller Schlamm und kleiner Krebse. Auf jeden Fall haben wir keine Minute zu spät angelegt, denn prompt setzten Wind und Regen ein.
Abends gab es dann Pilzrisotto aus der Bordküche, während es draußen immer
ungemütlicher wurde — am Ende sogar bis Windstärke 7. Die Nacht war ziemlich unruhig, der Wind lies erst in den Morgenstunden wieder nach. In dem Video kann man übrigens ganz gut sehen, wie unser Dingi an dem Abend vom Wind gebeutelt wurde.
Sonntag, 15. April 2012
Zweiter Tag: Segeln nach Meganisi
Heute morgen wollten wir eigentlich mit Sonnenaufgang Lefkas verlassen. So ganz geklappt hat das nicht, aber nach einem gemütlichen Frühstück ging es um halb neun endlich los. Das Ablegemanöver ließ noch Spielraum für Verbesserungen, aber da wir mehr oder weniger alleine standen, war alles noch im grünen Bereich. Nach dem Verlassen des Kanals und ein paar Probemanövern hiess es dann "Segel setzen" — auf der kleinen 32er überhaupt kein Problem. Bei Windstärke 4 und einigen 5er Böen machte das auch gleich richtig Spass. Nicht so viel Spass hatten wir mit dem Tiefenmesser. Der zeigten nämlich ab der Ausfahrt vom Kanal nichts mehr an. Da aber weit und breit keinerlei Hindernisse verzeichnet waren, haben wir das Problem erstmal ignoriert. Gegen Mittag kam dann auch endlich die Sonne heraus und wir sind bei konstantem Wind noch halb an Meganisi vorbeigesegelt. Unterwegs haben wir dann auch noch das Großsegel wieder "glattgebügelt", dieses war von der vorherigen Besatzung ziemlich verknittert eingerollt worden und ließ sich kaum aus dem Mast befreien. Kurz nach 15 Uhr sind wir dann in Spartakhori eingelaufen und haben dort, ebenfalls etwas abenteuerlich und als einziges Boot weit und breit, angelegt. Nach einer knappen Stunde Sonnenschein im Windschatten der Insel kam dann der erwartete Regenguss, den wir trocken unter Deck abgewettert haben. Den Abend haben wir dann bei Calamaris und Osterlamm unter einem Heizpilz in der Taverne am Steg verbracht.Samstag, 14. April 2012
Erster Tag: Regen
Heute morgen um kurz vor 6 ging es los. Mit jeweils zwei Rucksäcken bepackt machten wir uns auf den halbstündigen Weg vom Hotel zur Busstation. Glücklicherweise hatten wir den Weg am Vorabend schonmal geprobt, denn die Station ist praktisch unauffindbar, wenn man nicht weiss, wo sie sein soll. Der Bus nach Lefkas war erstaunlich voll und setzte sich mit nur 4 Minuten Verspätung in Bewegung. Beinfreiheit gab es praktisch nicht, es war weniger Platz als bei Ryanair, so dass die fünfstündige Fahrt zu einer ziemlichen Tortur wurde. Immerhin gab's zur Halbzeit mal eine kurze Pause. Was es auch gab war Regen im Überfluss, während der Fahrt wie auch nach der Ankunft in Lefkas. Dazu noch Wind und einen ziemlichen Temperatursturz relativ zu Athen. Ich bin froh, viele lange Hosen und Fleecejacken dabeizuhaben. Bei dem Wetter hatten wir dann auch nicht wirklich Lust, noch auszulaufen, und haben statt dessen unser Boot erstmal gründlich unter die Lupe genommen und Vorräte für die nächsten Tage eingelagert.


Freitag, 13. April 2012
Toller Start...
...mein Flug von Heathrow wurde wegen Nebel gecancelt. Alternativflüge von BA landen alle erst morgen. Jetzt ist improvisieren angesagt.
Abonnieren
Posts (Atom)









