
Um vier Uhr morgens war unser Anker ausgebrochen und wir machten uns schnellstmöglich auf den Weg aus der Bucht, um nicht mit Felsen oder dem mit uns in der Bucht liegenden Katamaran zu kollidieren. Es war dunkel, es regnete in Strömen und der 6er Wind blies uns ins Gesicht und machte das Kurs halten zu einer echten Herausforderung. Unser Ziel war es nur noch, bis zur Dämmerung durchzuhalten und dann im nächsten Hafen anzulegen und ein paar Stunden zu schlafen.
Als es nach 3 Stunden hell wurde fuhren wir gerade in Richtung Kalamos. Vor uns war allerdings ein solches Unwetter, dass wir beschlossen, wieder zum Hafen von Kastos umzudrehen. Glücklicherweise hatte sich kein anderes Boot dorthin verirrt, so dass wir freie Auswahl bei der Wahl des Anlegeplatzes hatten. Trotzdem war es nicht trivial, bei dem relativ starken Wind anzulegen. Ein Einwohner (einer der zwei, die wir insgesamt auf der Insel gesehen haben) hatte schließlich ein Einsehen und war uns bei dem Manöver behilflich. Nachdem wir unser Boot ordentlich am Steg befestigt hatten, fielen wir erst mal für drei Stunden ins Bett.
In der Zwischenzeit hatte der Nordwestwind (Stärke 7-8) ganze Arbeit geleistet: Die Bändsel, mit denen wir das Fenderbrett (a.k.a. Gangway) befestigt hatten, waren fast komplett durchgescheuert. Da der Wind aber noch bis zum Abend anhalten sollte, haben wir etwas improvisiert und aus Schrauben und weiteren Bändseln eine gegen durchscheuern resistente Befestigung für das Brett gebaut.
Nochmal drei Stunden Schlaf später war dann auch der Teppich der Gangway durchgescheuert. Aber besser der Teppich als unsere Fender. Wieder einigermaßen wach gab's dann erstmal einen großen Topf Pasta. In den Abendstunden ließ der Wind dann bis auf ein paar Böen nach und er kehrte seit langem mal wieder etwas Ruhe im Boot ein.

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