Sonntag, 6. Oktober 2013

Durch die Schwenkbrücke

Die Nacht vor Anker verlief völlig ruhig. Der Wind hatte in der Nacht wieder auf Süd gedreht, so dass die Russen, deren Anker jetzt verkehrt rum lag, beim Ankerlichten leichte Probleme hatten.

Wir segelten nach Norden, das Wetter wurde immer schlechter, trüb, ab und zu Nieselregen, der Wind immer stärker. Schließlich mussten wir wieder das 2. Reff einstecken. Es war nur noch 20 Grad warm.

Wir tuckerten durch den Lefkas-Kanal und legten in Lefkas-Stadt kurz an um eine Pita zu essen.

Nördlich des Hafens von Lefkas(-Stadt) führt eine Schwimm-/Schwenkbrücke über den Kanal von Lefkas und verbindet so die Insel Lefkas mit dem griechischen Festland. Diese Brücke öffnet zu jeder vollen Stunde für den Bootsverkehr. Je nach Verkehrsaufkommen wird entweder nur eine Zugbrücke geöffnet oder die ganze Schwimmbrücke zur Seite geschwenkt.

Wir waren viel zu früh vor der Brücke und verbrachten deshalb eine halbe Stunde damit langsam vor und wieder zurück zu fahren. Einfach auf der Stelle liegen zu bleiben war wegen des starken Windes und der damit verbundenen Abdrift nicht möglich. Die ganze Zeit nieselte es leicht.

Die Brücke öffnete erst 7 Minuten nach der vollen Stunde. Hinter uns kam noch ein riesiger Mehrfamilien-Katamaran, so dass die Brücke komplett geöffnet wurde.

Die nächste Schwierigkeit war dann das nördliche Ende des Lefkas-Kanals. Dort gibt es eine Sandbank, die ihre Lage regelmäßig ändert und die nicht durch Tonnen markiert ist. Wir tasteten uns vorsichtig durch und fuhren dann weiter in Richtung Preveza. Diese Stadt ist auch nur durch einen Kanal zu erreichen, da das Meer dort sehr flach ist. Wir hatten Probleme die Einfahrt zum Kanal zu finden, die im Törnführer angegebenen Koordinaten waren falsch.

Preveza hat einen sehr langen Stadtkai, dummerweise war dort nichts frei, da alle Boote längsseits festgemacht hatten. Auch in der städtischen Marina gab es keinen freien Platz, dort schienen ausschließlich Dauerlieger zu liegen.

Wir gingen deshalb in die Cleopatra-Marina in Aktio, gegenüber von Preveza. Die Marina ist ein wenig am Ende der Welt, es ist wenig drumherum. Hinter der Marina befindet sich ein gigantischer Ship Yard auf dem Hunderte von Booten abgestellt waren. Beim Anlegen half uns ein Deutsch-Grieche der in Ludwigsburg geboren wurde und der bei jeder Gelegenheit Liegestützen und Klimmzüge machte.

Die Wetteraussichten für die nächsten Tage waren widersprüchlich. Wir waren deshalb unentschlossen wie wir in den nächsten Tagen weiter segeln sollten.

 

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