Dienstag, 18. September 2012

Zum ersten mal Segeln

Der Tag, oder besser: die Nacht begann mit der Ankerwache in der One House Bay. Sebastian ging um 4 Uhr ins Bett und ich übernahm bis 8 Uhr. Die Dünung und der Wind waren eingeschlafen, das Boot lag ziemlich ruhig. Der Sternenhimmel war von einer faszinierenden Klarheit, zahlreiche Sternschnuppen gingen nieder. Da Marcus nicht dabei war, musste das iPad die Sternbilder erklären.

Sonnenaufgang in der One House Bay
Am Morgen sprangen wir noch einmal in das herrlich warme Wasser, bevor wir Anker lichteten und unter Motor Atokos südlich umrundeten und an Arkóudhi vorbei in die Straße zwischen Lefkas und Kefalonia fuhren. Laut Poseidon.gr sollte hier nachmittags Wind zu finden sein. Na ja, um 13:00 Uhr war noch nichts davon zu sehen. Deshalb fuhren wir weiter nach Fiskardo auf Kefalonia, das wir als einen möglichen Hafen für die Nacht auserkoren hatten. Ein schneller Blick konnte ja nicht schaden...

Im Hafen herrschte rege Aktivität und auch hinter uns reihte sich Boot an Boot: eine Sunsail-Flotille war im Begriff einzulaufen. Gefühlte 100 Boote zogen an uns vorbei. Der Hafen war wohl voll und wir beschlossen unser Glück woanders zu versuchen.

In der Zwischenzeit war dafür Wind aufgekommen, zunächst eine 3, die sich dann im Verlauf des Nachmittags auf eine knappe 5 steigerte. Unser Ersatzhafen war Sívota auf Lefkas und der Wind stand so günstig, dass wir mit einem Schlag hinfliegen konnten. Die Fahrt wurde allerdings auch ein Kampf gegen die Müdigkeit: 4 Stunden Schlaf sind einfach nicht genug...

Die Einfahrt nach Sívota lag ziemlich gut versteckt, der Hafen bot 3 Liegeplätze: einen öffentlichen Kai und zwei private Stege. Platz gab es noch überall, wir entschieden uns für den Kai. Das bedeutete römisch-katholisch Anlegen mit Buganker. Sebastian raste schneller rückwärts als die Winsch Kette geben konnte, so dass der Anker gleich mit eingegraben wurde und mehrmals die Überlastsicherung die Kette durchrauschen ließ. Auch verfehlten wir die für uns vorgesehene Position ein wenig, so dass zwei freundliche Helfer an Land uns mit den Heckleinen zurecht ziehen mussten.

Der öffentliche Kai bot leider keinen Landstrom, Wasser kostete 2 Euros. Dafür war er kostenlos: ein Hafenmeister, der Liegegebühren kassieren wollte, tauchte nicht auf. Der Ort selber ist sehr pittoresk und frisch renoviert, hier sind also unsere Euros verblieben. Fest in britischer Hand ist er auch: Rings um uns wurde fast nur eine super poshes britisches Englisch gesprochen.

Wir kauften einige Nahrungsmittel, kochten ein Trockensteinpilz-Risotto mit getrockneten frischen Kräutern und Tomatensalat und gingen früh zu Bett.

 

Die Eos hatte sogar eine Mikrowelle.
 

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