Sonntag, 16. September 2012

Erster Tag auf See

Es regnete die ganze Nacht hindurch und die etwa fünf Zentimeter dicken Matratzen waren eindeutig zu dünn. Dafür begrüßte uns am Morgen strahlend blauer Himmel. Es gab zwar ringsum dicke weiße Wolken, aber über Lefkas schien die Sonne. Nondas hatte versprochen, gegen neun Uhr noch einmal bei uns vorbeizuschauen, aber als er bis um halb Zehn nicht aufgetaucht war, sind wir einfach ausgelaufen. Der Kanal nach Süden glich einer Autobahn zur Rushour, es reihte sich Boot an Boot.

Wir blieben erst einmal im Norden des Ormos Dhrepanou und fuhren etwa zwei Stunden lang allerlei Motormanöver: Kurs fahren, Aufstoppen, Wenden auf engem Raum und Rückwärtsfahren. Auch ein Fender ging des öfteren über Bord und musste "gerettet" werden. Sebastian betätigte dabei einmal die MOB-Taste des Kartenplotters und Dank dessen Kopplung an das Funkgerät leuchtete dann auch dort das MOB-Signal. Daraufhin waren wir doch etwas verunsichert ob wir jetzt einen automatischen Distress-Call abgesetzt hatten aber ein Anruf bei Maria brachte Entwarnung. Auch die Logge machte zeitweise Probleme und der Fahrthebel entpuppte sich als extrem schwergängig.

Gegen 13:00 Uhr setzten wir dann Segel und nahmen Kurs nach Süden. Der Wind wehte mit zwei Beaufort aus Südwest, wir mussten also Kreuzen und es war ziemlich mühsam. In drei Stunden machten wir nur 3 Seemeilen Höhe gut. Wir experimentierten mit Traveller, Baumniederholer und Holepunkten der Genua, fanden aber keinen Trimm, der uns schneller machte. Kurz vor Vier warfen wir wieder den Motor an und fuhren nach Meganisi. In der Ormos Kapali wollten wir noch Ankern üben, aber alle 3 Buchten waren schon mit Booten belegt. Es wurde sogar schon in der zweiten Reihe "geparkt". Es war jetzt kurz vor Fünf. Wenn es hier schon so voll war, wie würde es dann an unserem eigentlichen Ziel Spartakhori aussehen?

Taverne mit Bootsanleger: Porto Spilia.
Wir düsten also weiter und tatsächlich war der Hafen von Porto Spilia schon gut gefüllt. Ein "Lotsenboot" nahm uns sofort in Empfang und bugsierte uns zu einer Muring. Das Anlegen klappte ganz ordentlich, auch Dank der Hilfe des Lotsen, der sein Schlauchboot einfach dazu nutzte uns schneller um die Kurve zu drücken. Leider liegen wir ganz innen, dem Strand zugewandt, und wurden in der nächsten halben Stunde so zugeparkt, dass wir morgen wohl warten müssen, bis alle anderen weg sind. Der Wind hatte inzwischen auf Nord gedreht und bis auf fast 4 Windstärken aufgefrischt. In der nach Norden ungeschützten Bucht wurden die Boote jetzt ordentlich durchgeschüttelt und wir benötigten 12 Fender um einen allzu intimen Kontakt mit unserem Nachbarboot zu verhindern.

Um Sieben war der Hafen dann voll. Wenn wir einen sicheren Liegeplatz haben wollen, können wir wohl nicht besonders lange draußen bleiben. Tja, es ist eben immer noch Hochsaison.

Ins Meilensammelbuch kommen 23,5 Seemeilen.

Königsposition: da lagen wir letztes Jahr mit der Elektra.
 

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